Wortstimmungen

Wortstimmungen

Wie oft am Tag verwenden Sie das Wörtchen „müssen“? Ich muss schnell … Du musst jetzt aber … Dieses scheinbar so unscheinbare Wort sprechen wir in unserem Alltag unzählige Male aus, ohne es bewusst wahrzunehmen.

Wie fühlt sich „müssen“ bei Ihnen an? Bei den meisten von uns nach Verpflichtung oder sogar Zwang, im Körper empfinden wir dabei oft eine Enge im Brustraum. Vielleicht noch begleitet von einem schweren Seufzer. Muss das sein?

Ich lade Sie zu einem kleinen Spiel ein, ich nenne es Wortstimmung:
Denken Sie an einen Satz, der das Wort „müssen“ beinhaltet und den Sie selbst oft
verwenden.
Zum Beispiel:
„Ich muss jetzt gehen.“
Bitte sprechen Sie den Satz laut aus. Achten Sie auf Ihre Stimmlage, ihre Körperhaltung,
ihr Gefühl. Wie fühlt sich das an?
Und jetzt ersetzen Sie das Wort müssen durch das Wort „wollen“.
„Ich will jetzt gehen.“
Wieder laut aussprechen. Was verändert sich in Bezug auf Stimme, Körperhaltung, Gefühl?

Oft nutzen wir das Wort „müssen“, um andere Menschen nicht zu verletzen und meinen in Wahrheit „wollen“. Ich will gehen, weil ich müde bin … weil ich etwas anderes vorhabe …

Müssen impliziert Fremdbestimmtheit – jemand sagt mir, was ich tue.
Wollen impliziert Selbstbestimmtheit – ich entscheide, was ich tue.

Wenn Sie Ihr Gegenüber nicht vor den Kopf stoßen und sich selbst etwas Gutes tun wollen, machen Sie es doch beim nächsten Mal ganz schlicht:

„Ich gehe jetzt.“

Viel Spaß beim Experimentieren!